Was würdest Du tun, wenn Du nur noch einen Tag zu leben hättest? Wie würdest Du den morgigen Tag verbringen wollen, wenn Du heute wüßtest, dass es der letzte Tag in deinem Leben ist?
Klingt wohl etwas merkwürdig einen Artikel unter der Überschrift "Das erste Mal" mit diesen Fragen zu beginnen.
Letztes Jahr hörte ich einen Radiopfarrer in seiner Sendung über diese Fragen nachdenken. Und er gab ungefähr folgenden Tipp: Am besten lebt man seinen letzten Tag, wenn man jeden Tag so lebt, als wäre es der allererste.
Jeden Tag leben als wäre es der Erste. Moment mal, geht das überhaupt? Wie soll das den funktionieren? -
Stell Dir einmal vor, morgen wäre tatsächlich der erste Tag in Deinem Leben. Den heutigen Tag sowie die Tage zuvor hättest Du nie erlebt.
Vom Öffnen der Augen beim Aufwachen bis zum Einschlafen am Abend: Alles, was Du morgen erlebst, alles, was Du morgen tust, alles geschieht das erste Mal. Die Kleidung, die Du morgens anziehst, das Essen, das Du verzehrst - alles ist für Dich neu.
Jeder Gedanke, den Du denkst, jedes Wort, das Du aussprichst, jede Handlung, die Du ausübst, das alles war noch nie vorher da. Jedes Bild, das du siehst, jedes Geräusch, das Du hörst, jeder Duft, den Du riechst - alles nimmst Du zum ersten mal in Deinem Leben bewusst wahr und alles entwickelt langsam einen Reiz für Dich. Mit jedem Schritt, den Du gehst, betrittst Du neue, Dir noch unbekannte Wege, die Du nie zuvor gegangen bist.
Und dann sind da die Menschen, die Du triffst, die Deinen Weg kreuzen, Du bist ihnen noch nie zuvor begegnet, Du lernst Sie gerade neu kennen. Unbelastet und unbeschwert von dem, was die Tage vorher evtl. zwischen ihnen und Dir vorgefallen sein möge. Zu guter Letzt ist da ja auch noch Gott, dem Du Dich ohne schlechtes Gewissen, z.B. im Gebet nähern darfst, ohne Dir eines zuvor begangenen Unrechts bewusst zu sein.
Du denkst, das ist nicht möglich? Das klingt zu schön, um wahr zu sein?
Aber genau so ist es: Gott schenkt uns die Möglichkeit jeden Tag so zu beginnen, als wäre es der allererste in unserem Leben. Wenn wir jeden Tag bevor wir einschlafen die Ereignisse des Tages in Gedanken reflektieren und Gott für die Fehler, die uns bewusst werden, die Schuld an die wir uns erinnern um Vergebung bitten, dann dürfen wir uns dabei folgender Zusage gewiss sein:
"So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend." (1. Johannes 1, 9)
Unbelastet von den Fehlern der Vergangenheit können wir jeden Tag so leben, als wäre es der allererste. Gereinigt von aller Schuld könnte aber auch jeder Tag den wir erleben unser Letzter sein. Denn wenn wir frei sind von Sünde, wenn wir uns der völligen Vergebung Gottes gewiss sind, dann sind wir gut vorbereitet für den Augenblick, in dem unser Leben auf dieser Erde endet.
Und so sind wir dann auch bereit unserem Schöpfer und Gott unter die Augen zu treten und uns für unser Leben vor ihm zu verantworten.