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Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident vereidigt
„Zurück hinter die Butzenscheiben der eigenen Nation, das ist der falsche Weg", sagte Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier nach seiner Vereidigung am Mittwoch, 22. März 2017, im Plenars...
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2017/kw12-de-bundespraesident-eid/496800
Vor einer Woche hat Joachim Gauck sein Amt als Bundespräsident an seinen Nachfolger Frank-Walter Steinmeier übergeben. Am vergangenen Mittwoch fand dann bei einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat die Vereidigung im Berliner Reichstagsgebäude statt. Dr. Frank-Walter Steinmeier ist nun das neue, amtierende Staatsoberhaupt von Deutschland.
In fast genau einem halben Jahr, am 24. September 2017 findet hierzulande die Wahl zum Bundestag statt.
Diese beiden Ereignisse möchte ich nun zum Anlass nehmen mich heute, unter neuem Titel (frei nach Rio Reiser gewählt), wieder in unregelmäßigen Abständen mit meinem Blog über politische, tagesaktuelle Themen zu Wort zu melden. Mein Artikel möchte ich in gewohnter Weise auch wieder mit einem kurzen, biblischen Zitat, passend zum Thema kombinieren.
Anlässlich der o.g. Vereidigung hielten sowohl Gauck als auch Steinmeier Reden. Beide lobten sich darin nicht nur gegenseitig für die (bislang) erbrachte Amts- bzw. Lebensleistung sondern auch die Errungenschaften der Demokratie in unserem Lande. Mehrfach betonten sie die Notwendigkeit sich für die Demokratie einzusetzen und sie gegen äußere wie innere Angriffe zu verteidigen. Außerdem wanden sie sich gegen den weltweiten Trend zu Autoräten Staatsführungen in diversen Ländern, sowie den auch hierzulande vermehrt auftretenden Populismus.
Mehrfach konnte ich in meinen Gedanken den Ausruf „Gut gebrüllt, Löwe“ nicht verkneifen. Tritt doch gerade der Spitzen- bzw. Kanzlerkandidat der SPD, also der Partei unseres neuen Präsidenten Frank-Walter Steinmeier nicht selten und nicht wenig populistisch in Erscheinung. Doch darauf möchte ich erst in einem späteren Artikel meines Blog eingehen.
Sowohl der alte wie auch der neue „Schlossherr“ von Bellevue hoben das menschliche Bemühen, den persönlichen Einsatz, sowie das gemeinschaftliche Miteinander von einheimischen wie eingewanderten Menschen in unserem Lande zum Wohle des selbigen bzw. als Basis für das Gelingen des Zusammenlebens heraus. Außerdem betonten beide die Bedeutung des Grundgesetzes als Fundament unser Gesellschaft und Vorbild für andere Staaten in dieser Welt.
Was ich beim Gedanken an unser Grundgesetz in den Ausführungen der beiden Herren leider vermisste, sowohl beim ehemaligen, evangelischen Theologen Gauck, wie auch beim im christlichen Elternhaus aufgewachsenen Steinmeier, schmerzlich vermisst habe war ein deutliches Bekenntnis zu Gott wie es zuletzt Altpräsident Horst Köhler bei seiner Dankesrede nach seiner Wahl in der Bundesversammlung über die Lippen ging. (Den Wortlaut jener bemerkenswerten Rede könnt Ihr hier nachlesen: "Gott segne unser Deutschland".)
Dabei stehen bereits zum Beginn der Präambel des Grundgesetzes, also dem Vorwort unserer Verfassung die folgenden Worte:
„Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, ...“
Die Verfasser unseres Grundgesetzes haben, so denke ich, diese Worte ganz bewusst an den Anfang dessen gesetzt was nach der Auffassung vieler als die Grundsteinlegung unserer Bundesrepublik Deutschland gilt. Die verantwortlichen Akteure unseres Landes sollten sich bei ihrem Tun stets dieser Verantwortung bewusst sein.
Ich bin überzeugt, nur das, was wir Gott gegenüber verantworten können, kann auch vor Menschen verantwortet werden. Deshalb sagt Jesus auf die Frage der Schriftgelehrten nach dem höchsten Gebot:
„Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5. Mose 6,4-5). Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18).“ (Markus 12, 29 – 31a)
Denn nur wer liebevoll handelt, ist sich der Verantwortung die er vor Gott und den Menschen hat bewusst. Die Besinnung auf diese Verantwortung muss unser Leben bestimmen. Sie muss am Beginn (= Morgen), der Mitte (im Verlauf des Tages) und am Ende (= Abend) unserer täglichen Arbeit stehen.
Bemerkenswert finde ich, dass die gesetzlich verankerte Demokratie in Deutschland in einer Kirche ihren Anfang nahm. Einem Ort also, an dem traditionell Gottes Wort gepredigt, d. h. jene Verantwortung von der ich heute schreibe den Menschen gelehrt wird.
Die Frankfurter Paulskirche war der Tagungsort des ersten gesamtdeutschen Parlaments, die Nationalversammlung. Vor fast genau 168 Jahren, am 28. März 1849 verabschiedeten die Abgeordneten jener Volksvertretung die erste Deutsche Reichsverfassung, später bekannt unter dem Namen Paulskirchenverfassung, die allerdings aufgrund des Widerspruchs zahlreicher deutscher Fürsten leider nie wirklich in Kraft trat.