Weihnachten. Die Familie trifft sich. Die ganze Verwandtschaft sitzt zusammen. Menschen die man das ganze Jahr über nicht gesehen, zu denen man viele Monate keinen Kontakt hatte und die sich ihrerseits nicht wesentlich um einen gekümmert, nicht nach dem eigenen Wohlergehen erkundigt haben.
Es gibt Kaffee und Tee. Dazu stehen mehrere Teller voller Weihnachtsgebäck, feinster Stollen und Gutsle auf dem Tisch. Nach dem alle sich satt gegessen haben und die Gesprächsthemen sich langsam erschöpfen, kramt jemand aus der Runde stapelweise Noten heraus und verteilt diese über den Tisch. Einige haben Instrumente mitgebracht. Diverse Flöten in unterschiedlichsten Tonlagen. Eine stimmt den ersten Ton an und dann geht es los.
Gemeinsam werden Weihnachtslieder gesungen und auch diejenigen die sich für eigentlich unmusikalisch halten oder im Augenblick eigentlich gar keine Lust zum Singen haben fallen "gezwungener Weise" früher oder später in diesen "Chor" mit ein. Die meisten der Stücke die da geträllert werden sind recht einfach. Weltweit bekannte Gassenhauer.
Die Texte sind recht kitschig. Es geht um Engel, ein Kindlein in einer Futtergrippe das friedlich vor sich hin schläft.
Jahrelang habe ich das schon miterleben müssen. Und vielleicht kommt daher meine Aversion gegen die meisten der Weihnachtslieder. Dabei bin ich sicherlich kein Weihnachtsmuffe.
In den den Liedern die da alljährlich im Kreis von Opa und Oma, Onkels und Tanten, Cousin und Cousinen usw. gesungen werden kann ich nichts von der Realität der Weihnachtsbotschaft wieder finden. Sie haben für mich auch keine Relevanz für mein Laben. Sie malen uns eine Scheinwelt voll Friede, Freude, Eierkuchen vor Augen. Deshalb mag ich genau jene Lieder nicht.
Doch wie sah die Weihnachtswelt wirklich aus? In was für eine Realität wurde Jesus hineingeboren? Die Bibel berichtet es uns mit wohlbekannten Worten im Lukas 2, 1-21 link.
Die Welt auf der Jesus Mensch wurde bestand nicht aus Strohsternen, Rauschengeln und Glitzerkugeln. Es war eine Welt beherrscht von Gewalt, Not und Elend. Das Land Israel war besetzt von einer Weltmacht die ihre Bürger zeitweise terrorisierte und ihre Nachbarvölker gewaltsam unterjochte.
Josef, der menschliche Vater von Jesus, war eine Handwerker, ein Tagelöhner. Heute würde man ihn als Hartz-IV-Empfänger oder Ein-Euro-Jobber bezeichnen.
Die biblische Erzählungen über das Weihnachtsgeschehen komplettiert ein weiterer Bericht in Matthäus 2, 1-12 link.
Aus den o.g. Weisen hat der Volksmund in den vergangenen Jahrhunderten Könige gemacht.
Da haben wir sie. Jene Szenerie wie sie in vielen Wohnstuben im Land unter einem geschmückten Weihnachtsbaum zu finden ist: Ein Stallgebäude. In der Mitte ein Futtertrog in welchem eine Babyfigur mit Heiligenschein liegt. Dabei stehen eine Frau und ein Mann. Maria und Josef, die Eltern des Knaben. Dazu auf der einen Seite ein paar ärmlich Hirtengestalten mit ihren Schafen. Und auf der anderen Seite 3 Königsfiguren mit unterschiedlicher Hautfarbe und wertvollen Geschenken in Ihren Händen. Über all dem schweben Engelsfiguren welche am Giebel des Häschens angebracht sind.
Diese Weihnachtskrippen stellten die n in der Bibel geschilderten Ereignissen bei der Geburt Jesu ebenso kitschig dar wie die Eingangs kritisierten Weihnachtslieder. Doch eines der Lieder, das diese Szenerie aufgreift hat es mir dann doch ziemlich angetan.
Das Lied erzählt von einem kleinen Jungen der sich zum Stall von Bethlehem aufmacht. Man sagte ihm, dass er dort den neugeborenen König sehen würde. Gerne möchte der Bub dem Jesuskind etwas schenken, so wie es die Hirten und die drei "Könige" tun. Leider aber ist er arm und hat nichts dabei was für einen König als Geschenk würdig wäre. Nur seine Blechtrommel. Während er noch überlegt, ob er darauf dem Kindlein in der Krippe etwas vorspielen soll nickt ihm die Mutter, Maria aufmunternd zu. Also beginnt der Junge zu spielen und er gibt dabei das beste was er geben kann. Daran findet das Jesuskind gefallen.
Genau diese Geschichte ist es, die mich immer wieder bewegt wenn ich sie in welcher Form auch immer höre. Und ich frage mich: Was habe ich was ich Jesus, dem König aller Könige schenken kann?
Dabei wird mir bewusst, das ich oftmals mit genauso leeren Händen vor Ihm stehe. Obwohl mich vielleicht nicht so arm bin wie der junge im Lied. Trotzdem gibt dieser mehr als ich selbst oftmals bereit bin abzugeben. Er gibt das was er dabei hat, alles was er besitzt und geben kann. Er gibt sein Bestes. So wie die Witwe die Jesus im Tempel beobachtet.. Die alte Frau besitzt nicht mehr als Zwei Geldstücke. Das ist alles was ihr noch geblieben ist. Doch genau diese Münzen wirft sie in den Opferkasten.
"Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein; und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle! Denn diese alle haben von ihrem Überfluss zu den Opfergaben für Gott beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß." (Lukas 21, 1-4)
Little Drummer Boy
Come they told me,
A new born King to see,
Our finest gifts we bring,
To lay before the King,
So to honor Him,
When we come.
Little Baby,
I am a poor boy too,
I have no gift to bring,
That's fit to give the King,
Shall I play for you,
On my drum?
Mary nodded,
The ox and lamb kept time,
I played my drum for Him,
I played my best for Him,
Then He smiled at me,
Me and my drum.