Bestimmt kennt Ihr das auch: Ihr wacht morgens auf und habt eine Melodie im Kopf, macht Euch über ein Lied Gedanken und ihr könnt es den ganzen Tag über dann nicht mehr vergessen, es begleitet Euch die ganze Zeit über, egal wo ihr gerade seid, egal was ihr tut ihr werdet ständig daran erinnert bis Ihr euch Abends wieder zur Ruhe legt.
Gestern ging es mir wieder einmal so. Es war das Lied "Ich seh’ das Kreuz" von Brian Doerkesen. In meiner früheren Gemeinde habe ich es vor einigen Jahren schon einige Male im Gottesdienst mitgesungen. Das ist der Liedtext:
Ich seh’ das Kreuz, und nichts Andres muss ich sehn.
Ich seh’ das Kreuz. "Komm und glaube", ruft es mich.
Kein andrer Weg, der zur Freiheit führt, um Versöhnung zu erfahren.
Kein andrer Ort, der Vergebung bringt, wo der Preis für uns bezahlt ist.
Und ich komm, wie ich bin und begegne deiner Gnade. Ich seh’ das Kreuz.
Ich seh’ das Kreuz über alles hoch erhöht.
Ich seh’ das Kreuz. Gottes Liebe für die Welt.
Kein andrer Ort, der Vergebung bringt, wo der Preis für uns bezahlt ist.
Und ich komm, wie ich bin und begegne deiner Gnade. Ich seh’ das Kreuz.
Du littest und starbst, hast für uns bezahlt.
Du hast uns gezeigt, was groß sein heißt.
Durch dich wird der Plan des Vaters erfüllt.
Der Weg ist jetzt frei und wir werden auferstehen
und ewig leben, weil du für uns starbst.
Wir werden auferstehen und ewig leben,
weil du in uns lebst. Ich seh’ das Kreuz.
Gestern war außerdem wieder so ein Tag wo ich mir alles möglich in meinem Leben Gedanken gemacht, mich über meine Fehler und Versäumnisse in der Vergangenheit aufgeregt, über meine momentane Lebenssituation mit Gott gehadert, mir bezüglich meiner Zukunft und was mich in den kommenden Jahren erwartet Sorgen gemacht habe.
Und diese Gedankengänge hinein spricht nun dieses Lied davon, dass ich bzw. wir das Kreuz sehen. Aber stimmt das? Sehen wir (noch) auf das Kreuz? Meistens, so geht es mir zumindest, ist doch unser Blick auf das Kreuz ziemlich verstellt von anderen Dingen die uns beschäftigen. Dann sehen wir vor uns nur unsere Wünsche und Probleme. Unsere Gedanken kreisen nur noch darum. Wir warten auf die Erfüllung unserer Wünsche, hoffen auf die Lösung unserer Probleme. Oftmals beten wir dann zu Gott und fragen Ihn und uns, warum er unser Flehen nicht erhört, warum er auf unsere Bitten nicht antwortet.
Dabei übersehen oder vergessen wir, dass unser wichtigstes Problem, die Sünde die uns von Gott trennt, bereits gelöst wurde; dass Er unseren größten Wunsch, in der Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater leben zu können, bereits erfüllt hat. Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz den Weg zu Gott frei gemacht. Er hat mit seinem eigenen Leben für unsere Schuld bezahlt. Er hat uns den Zutritt in Gottes Gegenwart geöffnet, Gemeinschaft mit Ihm ermöglicht. Bei allen Problemen die unseren Lebensweg kreuzen mögen, bei allen Wünschen die im Laufe unseres Lebens in unserem Herzen geweckt werden ist das doch das allein Entscheidende:
Ich darf und kann mit all meinen Sünden, mit all meiner Unfähigkeit seinen Willen zu tun, zu Jesus kommen. Ich darf täglich all den seelischen Ballast den ich mit mir herum schleppe bei Ihm am Kreuz abladen. Er schenkt mir dafür seine Vergebung und ich darf wieder neu mit Ihm anfangen. In der Bibel sagt uns Jesus:
"Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele löse?" (Matthäus 8, 36+37)
Nicht, dass Gott alles andere egal wäre, dass Ihm unsere Probleme unbewusst blieben, Ihn unsere Wünsche nicht interessierten. Vielleicht schenkt uns Gott von Zeit zu Zeit auch die Erfüllung bzw. die Lösung derselbigen. Das ist aber nur eine kleines Zubrot und somit nicht das Entscheidende. Was für Ihn und uns allein Bedeutung hat ist, dass er uns als seine Kinder angenommen hat. Und als solche bringt er uns durch unser Leben hindurch auch angesichts so mancher ungelöster Probleme und zahlreicher unerfüllter Wünsche. Bis an dem Tag an dem Jesus wiederkommt, an dem alle Menschen von den Toten auferstehen werden. Dann stehen wir vor Ihm stehen und erhalten als Preis, als Belohnung dafür, dass wir Ihn als unseren Herrn angenommen, seinem Willen entsprechend, d.h. nach seinen Geboten gelebt haben das ewige Leben. Das verspricht uns Jesus:
"Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte GOttes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden sein Volk sein, und er selbst, GOtt mit ihnen, wird ihr GOtt sein. Und GOtt wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunn des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet der wird's alles ererben; und ich werde sein GOtt sein, und er wird mein Sohn sein." (Offenbarung 21, 3-7)