So sagt ein Sprichwort.
Heute möchte ich meine Gedanken über Psalm 127 fortsetzen und dabei Vers 1 betrachten:
"Wo der HErr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die dran bauen. Wo der HErr nicht die Stadt behütet, so wachet der Wächter umsonst."
Das erfolgreiche Gelingen unserer Bemühungen, der dauerhafte Bestand unserer Arbeit scheinen von Gottes Mitwirken, von seiner Hilfe, d.h. von seinem Segen abhängig zu sein.
In 5. Mose 28-30 stellt Gott sein Volk Israel vor die Wahl entweder seinen Segen zu erhalten, indem es alle Gebote Gottes hält und Seinen Worten gehorcht oder den Fluch hinnehmen zu müssen, wenn es Gottes Gebote bricht, sich nicht nach Seinen Anweisungen richtet.
Es gibt auch heute noch Menschen in unserem Land, die sich in diesem Sinne für den Segen Gottes entscheiden. Doch warum erleben viele dieser Menschen, Christen die sich entschieden haben Gottes Geboten zu gehorchen und ihr Leben nach Seinen Worten auszurichten, nicht selten das Gegenteil. Warum geht es vielen Menschen in unserem Land für die Gott und Religion keine oder nur geringe Bedeutung haben, die nach ihren eigenen Vorstellungen leben so gut? Und warum haben Menschen die sich wirklich ernsthaft um ein Gott wohlgefälliges Leben bemühen oftmals besonders stark mit den Widrigkeiten und Schwierigkeiten, die das Leben bereithält zu kämpfen?
Auch der Psalmdichter Asaph hat das beobachtet. Seine Gedanken dazu stehen im Psalm 73:
"Denn es verdross mich auf die Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging.
Denn sie sind in keiner Fahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.
Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.
Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohlgetan heißen.
[...]
Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glückselig in der Welt und werden reich.
Soll's denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche
und bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?
[...]
Ich gedacht ihm nach, daß ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer
bis daß ich ging in das Heiligtum GOttes und merkte auf ihr Ende.
Aber du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.
Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.
Wie ein Traum, wenn einer er wachet, so machst du, HErr, ihr Bild in der Stadt verschmähet.
[...]
Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, GOtt, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
Denn, siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um alle, die wider dich huren.
Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu GOtt halte und meine Zuversicht setze auf den HErrn HErrn, daß ich verkündige all dein Tun."
Temporär betrachtet scheint es so manchen gottlos lebendem Zeitgenossen besser zu gehen als frommen Menschen.
Die Geschichte des Volkes Israel in der Bibel zeigt uns beispielhaft was geschieht, wenn ein Mensch, ein Volk seinen Gott vergisst, seine Religion verwirft.
Doch wozu müssen gläubige und gottesfürchtige Menschen all das Leid und all die Grausamkeiten erleben, die ihnen oftmals widerfahren?
Nun, in den Zeiten, wenn unser Leben optimal verläuft, ohne dass wir größere Probleme und Schwierigkeiten zu bewältigen haben, ist es leicht sich an Gottes Gebote zu halten und seinem Wort zu gehorchen. Erst wenn es mal nicht mehr nach unseren Vorstellungen läuft, wenn nicht mehr alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen, dann offenbart sich unser wahrer Charakter, dann zeigt sich, wie ernst wir es wirklich mit Gottes Geboten, mit seinem Wort nehmen. Deshalb musste auch das Volk Israel durch eine Vielzahl von Prüfungen gehen, z. B. bei seiner über 40jährigen Wanderung durch die Wüste.
Wie kommen überhaupt all das Leid und all die Grausamkeiten die an und durch Menschen geschehen zustande?
Menschliches Leid und menschliche Grausamkeiten sind meistens das Ergebnis menschlicher Schuld. Sie sind eine Folge des Misstrauens gegen unseren Schöpfer, des Irrglauben es besser zu wissen als er und des Versuchs, ohne Ihn Leben zu können, die Dinge optimaler hinzubekommen.
Bei allem, was uns an Bösem und Schlimmen im Leben widerfährt, ist es unerheblich ob es sich dabei um die Folgen eigener oder fremder Schuld handelt, ob es gewollt oder ungewollt geschieht. Für Gott ist zunächst nur interessant, wie wir darauf reagieren, wie wir damit umgehen.
Somit bleibt uns für heute nur unser Leben und unser Schicksal vertrauensvoll in die Hände unseres Schöpfers zu legen und auf die Erfüllung des Versprechens, das Paulus wiedergibt zu hoffen:
"Wir wissen aber, daß denen, die GOtt lieben, alle Dinge zum besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind." (Römer 8, 28)