Guten Morgen!
Die werten Leser meines Blogs werden am Sonntag evtl. vergeblich auf meinen neuen Artikel gewartet haben.
Es ist nicht so, dass ich keine Ideen für ein Thema gehabt hätte. Davon habe ich genügend. Doch keines schien mir passend für diesen Tag. Und während ich darüber nachdachte, wurde ich von Müdigkeit überwältigt und so fiel der geplante Sonntags-Artikel meinem Bedürfnis nach Schlaf zum Opfer.
Doch das inspiriert mich mir heute meine Gedanken über mein Lebens-Motto zu machen. In der Überschrift habe ich es so zitiert, wie es dem Volksmund bekannt ist. Es ist einem Psalm aus der Bibel entnommen:
"Der 127. Psalm:
Ein Lied Salomos im höhern Chor. Wo der HErr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die dran bauen. Wo der HErr nicht die Stadt behütet, so wachet der Wächter umsonst.
Es ist umsonst, daß ihr frühe aufstehet und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er's schlafend.
Siehe, Kinder sind eine Gabe des HErrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.
Wie die Pfeile in der Hand eines Starken, also geraten die jungen Knaben.
Wohl dem, der seinen Köcher derselben voll hat! Sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Tor."
Dieser Psalm spricht von privatem (=Haus) und gesellschaftlichem (=Stadt ) Erfolg, der scheinbar denen die an Gott glauben und auf Ihn vertrauen im Schlaf zufällt. Flüchtig betrachtet verspricht Salomo uns hier Wohlstand und Gerechtigkeit (Handel mit Feinden) wenn wir nur genügend Glauben hätten.
Besitz wie z.B. ein eigenes Auto oder ein eigenes Haus und eine Familie mit möglichst vielen Kindern sind heute Statussymbole, die sich jeder wünscht, aber nicht mehr jeder leisten kann und nicht jedem vergönnt sind. Bereits in früheren Jahrhunderten wurde das Erleben von materiellem Reichtum, gesellschaftlichem Ansehen und Großfamilie bereits mit einem besonders gottesfürchtigen Leben gleich gesetzt.
Auch in vielen christlichen Gemeinden ist dieses Denken noch tief verwurzelt. Und in unserer postmodernen Gesellschaft hängt die Erfüllung unserer Lebenswünsche und -Ziele häufig davon ab, dass man auf der gesellschaftlichen und beruflichen Karriere Leiter möglichst weit nach oben kommt.
Wenn man das Leben des Salomo betrachtet, könnte man meinen, dass er mit seiner im Psalm geäußerten Sicht der Dinge Recht hat. Und auch die ersten Seiten der Bibel scheinen diese zu belegen, wo wir lesen, dass Gott dem Adam eine Frau machte, während er den sprichwörtlichen Schlaf der Gerechten schlief.
Doch die Realität, auch die biblische, sieht oftmals anders aus. Der Glaube an und das Vertrauen auf Gott gibt keine Garantie, dass das Leben wie selbstverständlich erfolgreich verläuft.
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Abraham und seiner Frau Sarah blieb lange Jahre der Wunsch nach einem eigenen Kind versagt.
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Der König Hiskia musste trotz radikaler religiöser Reformen erleben, dass das Land von einem fast vernichtenden Feldzug der Assyrer heimgesucht wird.
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Hiob verlor seinen ganzen Besitz, alle seine Kinder, seine Frau und wurde darüber hinaus auch noch schwer krank, obwohl er ein gottesfürchtiges Leben führte.
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Dem Liederdichter Paul Gerhardt starben fast alle seine Kinder in jungen Jahren sozusagen unter der Hand weg.
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Eine Familie, von deren Schicksal ich letztes Jahr erfuhr, schickte alle ihre drei Töchter auf eine christliche Privatschule. Das jüngste der Mädchen wurde vor 4 1/2 Jahren Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens.
Oft scheint es, als ob gläubige bzw. dem Glauben gegenüber offen stehende Menschen ganz besonders unter den widrigen Umständen und Grausamkeiten des Lebens zu leiden haben.
Doch werfen wir noch einmal einem Blick auf das Leben unseres Psalmdichters, dann stellen wir fest, dass ihm sein Erfolg, sein Reichtum und seine große Familie am Ende seines Lebens zum Verhängnis wurde. Salomo, dem Gott zu Beginn seiner Herrschaft besondere Weisheit verliehen hat, lässt sich zum Götzendienst verleiten.
Die Erfüllung ihrer Wünsche und Ziele bringt für die Menschen, die das erleben dürfen, auch immer eine Verantwortung mit sich. Und nicht immer sind diese dem gewachsen.
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Am Anfang der Wüstenwanderung des Volkes Israel tut sich Mose schwer mit der ihm von Gott übertragenen Verantwortung.
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David hat kein besonders glückliches Händchen bei der Erziehung seiner Kinder. Sie geraten nicht alle nach seinen Vorstellungen. Und sein Thronerbe war Folge eines Ehebruchs. Salomo entstammt einer Beziehung zu einer Frau, derren Mann David einst umbringen lies um seinen "Seitensprung" zu vertuschen.
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Hannanias und Saphira lassen sich beim Verkauf ihres Besitzes zu einer Lüge gegenüber den Aposteln verleiten.
Vielleicht können und müssen wir heute dankbar sein, wenn wir mit Jeremia sagen dürfen:
"Die Gute des HErrn ist, dass wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß." (Klagelieder 3, 22+23)