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König von Deutschland

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Willkommen auf meinem Blog! Die Pinnwand einer FB-Freundin hat mich auf die Idee gebracht selbst auch einen Blog zu erstellen um Euch so noch besser an meinen Gedanken über Gott und die Welt und an den Ereignissen in meinem Leben teilhaben zu lassen. Jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag, sowie (wenn möglich) einmal im Monat an einem Samstag werde ich einen neuen Artikel schreiben. Hoffe auf reges Interesse und wünsche Euch viel Spaß beim lesen. Bin sehr gespannt auf Eure Kommentare.


Händewaschen

Veröffentlicht von frank-b-fischer auf 16. September 2012, 16:25pm

Kategorien: #Tansania

Am Montag, 06.08.2012 waren wir abends bei den Bekannten unserer Reiseleiterinnen die uns in den frühen Morgenstunden vom Flughafen abgeholt haben zum Essen eingeladen. Bevor wir uns an den Töpfen und Schüsseln unsere Teller füllen durften, mussten wir uns in einer langen Reihe an einem Waschbecken aufstellen. Dort standen ein Fläschchen mit Flüssigseife und unsere Gastgeberin mit einer Kanne lauwarmem Wasser in der Hand. Nachdem man von der Seife genommen hatte, bekam man etwas vom Wasser aus der Kanne über seine Hände geschüttet.

Fast überall wo wir während unserer fast dreiwöchigen Reise (meist Privat) zum Essen eingeladen waren wurde dasselbe Ritual durchgeführt. Seife gab es dabei zwar nicht immer (kann mich nur an das eine Mal in Dar erinnern). Doch immer gab es Wasser (meistens aus einer Kanne) zur Reinigung der Hände.

Eine schöne Geste der Gastfreundschaft, besonders in einem Land, wo Wasser in diesen Tagen (der August gehört zu Trockenzeit) besonders knapp und kostbar war.

Es erinnert mich an den im Alten Orient üblichen Brauch der Fußwaschung, der uns auch in der Bibel übermittelt wird.

Es war Brauch Gästen bzw. Reisenden vor dem Essen die Füße zu reinigen. Im alten wie im neuen Testament wird uns an mehreren Stellen vom Brauch der Fußwaschung berichtet. Beispielsweise:

  • Abraham (1. Mose 18,4) und Lot (1. Mose 19,2) laden zwei Boten Gottes (Engel) ein bei ihnen zu Gast zu sein und sich die Füße waschen zu lassen.

  • In 1. Mose 43,24 lässt Joseph als Vizekönig von Ägypten seinen Brüdern die Füße waschen.

  • Als sich David mit seinen Leuten auf den Weg gemacht hat um sich an Nabal, einem seiner Widersacher zu rächen, kommt ihm dessen Frau Abigajil entgegen, fällt vor ihm auf die Füße und bietet sich an, David zu dienen und ihm, sowie seinen Männern die Füße zu waschen (1. Samuel 25,41).

  • Für die Priester an der Stiftshütte bzw. später im Jerusalemer Tempel ist es Pflicht sich vor der Verrichtung ihres Gottesdienstes die Hände und die Füße zu waschen (2. Mose 30,17-21 und 2. Mose 40,30-32).

  • Im Lukas-Evangelium wird uns berichtet, dass Jesus bei einem Pharisäer zu Gast ist und diesen darauf hinweist, dass er von ihm kein Wasser zum waschen seiner Füße bekommen hat (Lukas 7,44).

  • Beim letzten Abendessen mit seinen Jüngern wäscht Jesus diesen die Füße:

"Vor dem Fest aber der Ostern, da JEsus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte JEsus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von GOtt kommen war und zu GOtt ging: stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; und derselbige sprach zu ihm: HErr, solltest du mir meine Füße waschen? JEsus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. JEsus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: HErr, nicht die Füße alleine, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht JEsus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe? Ihr heißet mich Meister und HErr und saget recht daran; denn ich bin's auch. So nun ich, euer HErr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr tut, wie ich euch getan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer denn sein Herr noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's tut." (Johannes 13, 1-17)

In manchen evangelikalen Freikirchen ist es Brauch vor dem Abendmahl dieser Aufforderung von Jesus nachzukommen. Die Fußwaschung ist fester Bestandteil der Abendmahlsfeier. So zum Beispiel in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, zu der ich gehöre.

Dabei gehen meist zwei Frauen oder zwei Männer, ab und zu auch die Ehepaare, zusammen und dann kniet abwechselnd einer der beiden vor dem anderen nieder und reinigt dem anderen in einer Schüssel mit klarem Wasser die Füße. Das ist ein schönes Zeichen der Wertschätzung, Anteilnahme und Brüderlichkeit unter Glaubensgeschwistern.

Die Fußwaschung vermittelt symbolisch zusammen mit Brot und Wein, was Jesus für uns dafür getan hat, um uns von unserer Sünde und Schuld zu reinigen. ER hat sich so sehr erniedrigt und wurde unser aller Diener. Jesus war und ist sich nicht zu schade sich vor uns auf den Boden zu knien und uns den Dreck von den Füßen zu waschen. Seine Aussagen in Vers 10 und 17 verdeutlichen auch, dass wir uns regelmäßig daran erinnern sollen, dass wir uns von IHM reinigen lassen von unseren Sünden.

Sünde bzw. Schuld verunreinigt unser Leben. Sie belastet und (zer)stört unsere Beziehung zu Gott und unseren Mitmenschen. Sie macht uns geistlich krank. Deshalb ist es wichtig Jesus täglich unsere Sünden zu bekennen, IHN um Vergebung für unsere Schuld zu bitten.

Genauso wichtig ist es auch sich vor dem Essen die Hände zu waschen, um die körperliche Verunreinigung durch Viren und Bakterien zu unterbinden, um Krankheiten zu vermeiden. Deshalb ist das Ritual des Händewaschens das wir in Tansania erleben durften ein sehr schönes und ebenso ausdrucksstarkes Zeichen wie die Fußwaschung.

Alle interessierten Leser meines Blogs möchte ich einladen, einmal zu mir zu Besuch zu kommen. Wenn Ihr dann meine Gäste seid, werde ich das auch praktizieren. Dann bekommt Ihr von mir vor dem Essen Wasser (und Seife) zur Reinigung Eurer Hände.



 

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