Am Donnerstag, 09.08.2012 war der erste Tag in Tandala. Die bisherigen Tage waren wir "auf der Durchreise" hierher und so stand für uns hauptsächlich "Ankommen" auf dem Programm. Ankommen in einem Land das auf der anderen Hälfte, auf der Südhalbkugel dieser Erde liegt. Ankommen in einer anderen Kultur, in einem anderen Klima. Ankommen bei fremden, aber freundlichen Menschen. Ankommen in einer anderen Welt.
Eine andere Welt, das ist Afrika, das ist Tansania für einen Mitteleuropäer wie mich, der bis dahin noch nie seinen Kontinent verlassen hat. Anders ist nicht nur die Hautfarbe der Menschen, die nicht von der Sonne gebräunt wurden. Anders ist das Wetter, den Tag über meistens angenehme, trockene 20-30°C, während der Nacht kalte 0-5°C - wenn die Sonne am Abend unter gegangen fallen die Temperaturen innerhalb kürzester zeit um 10-15°C u.m.. Anders ist die Art und Weise wie die Menschen Leben, anders sind ihre Gewohnheiten und ihre Gebräuche. Anders ist die Sprache, die ich leider kaum gelernt habe. Auch die Uhren gehen in Tansania anders. In vielen Privathäusern sind sie nach dem Sonnenaufgang (6.30 Uhr) und dem Sonnenuntergang (19.00 Uhr) eingestellt, d.h., die Uhren zeigten um 12.00 Uhr mittags Ortszeit 6.00 Uhr.
Der Tag begann mit einer Andacht der Mitarbeiter des Diakoniezentrums, zu der auch wir Gäste eingeladen waren. Zum Frühstück waren wir bei einem Pastor einer Kirchengemeinden am Ort eingeladen. Anschließend besichtigten wir das Kirchengebäude der Gemeinde und gingen auf einen Markt zum Einkaufen.
Am Nachmittag wurden wir über das Gelände des Diakoniezentrums geführt, in dem wir untergebracht waren. U. a. gibt es dort z. B. eine Schreinerei in der Menschen/Jugendliche mit Behinderung ausgebildet werden. Am Abend waren wir im Haus des Leiters/Ausbilders dieser Schreinerei, einem taubstummen Einheimischen, zum Essen eingeladen.
Bereits an diesem ersten Tag im Diakoniezentrum konnten wir einen sehr guten Einblick in die größtenteils sehr einfache und bescheidene Lebensweise der Tansanier gewinnen. Diese wurde schon bei den Mahlzeiten zu denen wir eingeladen waren deutlich. Was für uns wie ein recht einfaches Mahl erscheint, das ist für unsere Gastgeber ein Festmahl. Die Speisen, die uns i.d.R. mittags und abends serviert wurden, waren meistens die gleichen oder ähnlich: Es gab Reis, ab und zu auch Maisbrei oder Kartoffeln, dazu zweierlei Kraut - eine Art Weißkraut und ein Spinat ähnliches grünes Kraut -, Soße, Fleisch, teilweise auch rot-braune Bohnen(kerne).
Wenn man einmal gesehen hat, wie die Menschen in Tansania leben, wie sie wohnen und v.a. was sie essen, dann merkt man den Unterschied zum Leben bei uns in Deutschland, Mitteleuropa. Gemessen an materiellen Gütern und kulinarischen Köstlichkeiten führen selbst unterbemittelte Personen bzw. Familien hierzulande im Vergleich zu den Tansaniern ein Luxusleben.
Wenn ich heute wieder darüber nachdenke, dann macht mich das zwar noch nicht wirklich zufrieden mit meiner eigenen Lebenssituation, aber es lässt mich ein klein wenig dankbarer auf die Dinge sehen, die ich habe, die Gaben und Güter die ich besitze, die ich durch meine eigenen Fähigkeiten erworben habe oder die mir durch andere geschenkt wurden.
"Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille GOttes in Christo JEsu an euch." (1. Thessalonicher 5,18)