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König von Deutschland

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Willkommen auf meinem Blog! Die Pinnwand einer FB-Freundin hat mich auf die Idee gebracht selbst auch einen Blog zu erstellen um Euch so noch besser an meinen Gedanken über Gott und die Welt und an den Ereignissen in meinem Leben teilhaben zu lassen. Jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag, sowie (wenn möglich) einmal im Monat an einem Samstag werde ich einen neuen Artikel schreiben. Hoffe auf reges Interesse und wünsche Euch viel Spaß beim lesen. Bin sehr gespannt auf Eure Kommentare.


Froh zu sein Bedarf es wenig

Veröffentlicht von frank-b-fischer auf 18. November 2012, 10:05am

Kategorien: #Tansania

Am Dienstag, 14.08.2012 stand am Vormittag der Besuch von zwei Kindergärten, die zur Kirchengemeinde bzw. zum Diagnosezentrum gehören auf dem Programm.

Im ersten Kindergarten stellte uns einer der Verantwortlichen Mitarbeiter die Arbeit dort vor und sprach über die Herausforderungen, die vor denen sie stehen, über die Dinge die sie für ihre Arbeit im Kindergarten benötigen. Er erklärte uns, dass sie z.Zt. nur eine Betreuerin für die Kinder eingestellt hätten obwohl sie dringend eine zweite benötigen würden. Der Weg den die Kinder von zuhause zum Kindergarten und zurück zu Fuß gehen müssen ist oft relativ weit und führt teilweise durch den Wald und teilweise auf der Autostraße (siehe Die Straßen unseres Lebens) an deren Rand kein Gehweg verläuft und es gibt keine Fußgängerüberwege wie bei uns. Der Weg ist also für die Kleinen relativ gefährlich, es kann zu Unfällen kommen und es kam schon vor, dass die Kinder im Wald zu spielen anfingen und dabei vergaßen, nach Hause zu gehen. Normalerweise sollten sie den Weg deshalb nicht alleine zurücklegen.

Da die Eltern i.d.R. ihre Kinder nicht selbst zum Kindergarten bringen, müssten sie eigentlich täglich von einer Betreuerin abgeholt und wieder nachhause gebracht werden. Eine Person allein kann diesen Aufwand nicht bewältigen. Der Monatslohn einer Kindergartenbetreuerin beträgt ungefähr 25,00€, doch es fehlen die finanziellen Mittel, um das zu bezahlen. Wenn der Kindergarten jedoch die Sicherheit der Kinder nicht gewährleisten kann, dann wird der Staat irgendwann die Fortführung dieser Arbeit untersagen, d.h. dann müsste dieser Kindergarten geschlossen werden. Der Mitarbeiter schloss seinen Vortrag damit, dass sie zwar große Herausforderungen zu bewältigen haben und noch nicht wissen, wie, aber sie vertrauen (auf Gott), dass sie das schaffen.

Im zweiten Kindergarten sind zwei Betreuerinnen für die Kinder. Allerdings trugen die Kinder dort im Gegensatz zum ersten keine einheitliche Kleidung bzw. Uniform. Als ich die Kinder beim spielen im Freien beobachtete, fiel mir besonders ein kleiner Junge auf, dessen Anblick mich ziemlich schockte. Er trug Secondhand-Kleidung, ein Sweatshirt, das quer über gesamte Brust einen großen Riss aufzeigte und dazu "Bermuda-Shorts" die an den Knien schon so aufgerieben bzw. mehrfach durchlöchert waren, dass die Knie des Kindes darunter deutlich herausschauten.

Für uns Mitteleuropäer, besonders für uns Deutsche ist das Leben in Tansania sehr billig. Wenn man andere Reisekosten wie den teuren Flug oder die evtl. Unterbringung in einem Luxushotel wegrechnet, dann kommt man im Monat mit einem Minimum des Geldes aus das wir in Deutschland benötigen. Doch die Menschen in Afrika verdienen im Monat auch nur einen Bruchteil unseres Gehalts.

Die Tansanier sind extrem Arm. Nirgends sieht man das so deutlich als bei den Kindern. Wenn ich darüber nachdenke, mit welch großer Gastfreundlichkeit uns die Einheimischen in Tandala aufgenommen haben und welch reichhaltige Speisen sie uns auftischten - sie haben für uns immer mehr gekocht, als wir essen konnten, siehe A guest of honor -, dann beschämt es mich, dass sie offensichtlich nicht über genügend Geld verfügen, um eine weitere Betreuerin für den Kindergarten zu finanzieren bzw. ihren Kindern "neue", gebrauchte Kleidung (die Bekleidungsgeschäfte verkaufen üblicherweise bereits getragene Kleidung aus Europa, da Neuware für die meisten Einheimischen nahezu unbezahlbar ist) zu kaufen.

Trotz ihrer materiellen Armut entdeckt man allerdings bei den Menschen in Tansania eine ganz andere Art von Reichtum. Die Afrikaner strahlen förmlich mehr Lebensfreude, mehr Dankbarkeit, mehr Gottvertrauen aus als die Menschen hierzulande. Mir ist in Tansania kein Mensch begegnet, der irgendwie schlecht gelaunt oder depressiv ausgesehen hätte. Der scheinbare Frohsinn und die Leichtigkeit mit der die Tansanier ihr bescheidenes Leben meistern ist ein wertvolles, unbezahlbares Gut, von dem wir immer weniger zu besitzen scheinen.


"Froh zu sein bedarf es wenig
und wer froh ist, ist ein König.
"

 


 

... Bitte wiederholen! ... ;-)

 

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K
Naja, ich weiß nicht, ob ich Tansania als "extrem" arm bezeichnen würde... Sicherlich im Vergleich zu uns sind sie arm, aber im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern wie z. B. Somalia, sind<br /> sie noch verhältnismäßig reich...
Antworten
F
<br /> <br /> Gut, ich habe andere afrikanische Länder noch nie bereist. Es gibt bestimmt noch ärmere aber es gibt auch reichere. Habe das in erster Linie im Vergleich zu uns gemeint. Und da wirkt die Armut in<br /> Tansania schon extrem.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />

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